Vorreiterstädte

Es gibt bereits mehrere Städte in Deutschland mit einem Divestmentbeschluss. Sie haben unterschiedliche Kriterien und Re-Investment Strategien gewählt, die hier mit einer Kurzbeschreibung dargestellt sind.

Die in Aktien angelegten Versorgungsleistungen der Stadt Berlin wurden in den Solactive oekom ESG Fossil Free Eurozone 50 Index PR re-investiert. Die in dem Index abgebildeten 50 Einzelwerte wurden aus dem Stoxx Europe 600 ausgewählt, zum einen da sie gegen keines der definierten Ausschlusskriterien verstoßen und zum anderen im Rahmen eines Best-in-Class Ansatzes mit dem oekom „Prime“ Status bewertet wurden.

  • Beschluss des Berliner Senats (pdf)
  • Leitfaden zum Solactive oekom ESG Fossil Free Eurozone 50 Index (pdf, 0,8 MB)
Bonn

Die Stadt Bonn nimmt Atomenergie als Ausschlusskriterium in ihren bereits bestehenden Katalog auf, der sich an „ethischen und ökologischen Grundsätzen“ orientiert. Sie erweitert außerdem ihren Kriterienkatalog für Finanzanlagen um die Kategorie „fossile Energien“, was mit einem „Best-in-class“ Ansatz umgesetzt werden soll.

Bremen

Bremen re-investiert vor allem nach strengen Negativkriterien. Hervorzuheben ist, dass Bremen im Vergleich zu anderen Städten nicht nur die Förderung fossiler und nuklearer Energieträger (Kohle, Erdgas, Erdöl, Uran) ausschließt, sondern auch deren Transport, Vertrieb und die Energiegewinnung aus diesen Energieträgern.

  • Antrag der Bremer Bürgerschaft (pdf)
Freiburg

Durch den Ausschluss von 200 börsennotierten Unternehmen der Erdöl-, Erdgas- und Kohleindustrie verankert die Stadt Freiburg Divestment in ihren Anlagerichtlinien. Da Freiburg derzeit keine entsprechenden Anlagen hat ist der Beschluss vor allem symbolisch zu sehen - als Zeichen der Unterstützung der Divestment-Bewegung und um zukünftigen Anlagen in fossile Energien vorzubeugen.

Göttingen

Wie Münster legt auch Göttingen sein Geld gemäß des Grundsatzes der Nachhaltigkeit der Brundtland-Kommission an. Diese gilt für alle Anlageformen.

Leipzig

Bei der Weiterentwicklung der städtschen Anlagerichtlinie legte Leipzig Mindeststandards fest, die durch Ausschlusskriterien in Form einer "Blacklist" umgesetzt werden sollen. Mittelfristig sollen weitere Grundsätze angewandt werden, sodass es auch keine Beteiligungen mehr an Unternehmen gibt, die z.B. Kohlekraft nutzen.

Münster

Für die Geldanlagen der Stadt Münster gilt der Grundsatz der Nachhaltigkeit im Sinne der Definition der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen (sogenannte „Brundtland-Kommission“).

Oldenburg

Für die Erstellung ihrer Anlagerichtlinie orientierte sich die Stadt Oldenburg ähnlich wie Münster am Grundsatz der Nachhaltigkeit der Brundtland-Kommission. Damit werden unter anderem direkte Beteiligungen an Unternehmen ausgeschlossen, die Atomenergie erzeugen oder auf nicht nachhaltige und klimaschädliche Energie setzen. Die Anlagestrategie gilt neben der Stadt auch für ihre Eigenbetriebe und Stiftungen.

Stuttgart

Bei der Erarbeitung einer eigenen Anlagerichtlinie hat sich die Stadt Stuttgart vor allem an der Anlagerichtlinien der Stadt Münster, den Forderungen von „Divest Stuttgart“, dem Norwegischen Pensionsfonds sowie der Orientierungshilfe der Katholischen Kirche und dem Leitfaden der Evangelischen Kirche zur Nachhaltigkeit orientiert.